JPMorgan AM: Zurückhaltung bei Emerging Markets-Anlagen

Obwohl sich das Wachstum in den Schwellenländern zuletzt etwas abgeschwächt hat, sollten Anleger die langfristigen Chancen der aufstrebenden Regionen für ihren Vermögensaufbau nutzen, empfiehlt Jean Guido Servais, Marketing Director für Kontinentaleuropa bei J.P. Morgan Asset Management. Wie die deutschen Bundesbürger in den Schwellenländern investiert sind und wie es um Begriffskenntnis, Risikoeinschätzung und Investitionsbereitschaft steht, ermittelt das Emerging-Markets-Investmentbarometer von J.P. Morgan Asset Management im Zweimonatsrhythmus.

Immer mehr Befragte kennen Begriff

Seit Beginn der Befragung im März 2012 stieg die Anzahl der Deutschen, die den Begriff Schwellenländer schon einmal gehört haben, kontinuierlich auf aktuell 43 Prozent – eine Steigerung um 1,5 Prozentpunkte seit Mai und um 3,8 Prozentpunkte seit der Erstbefragung im März. Davon ist 18 Prozent der Befragten die Bezeichnung gut bekannt, 0,9 Prozentpunkte mehr als im Mai 2012. 25 Prozent (plus 0,6 Prozentpunkte) kennen zwar den Begriff, aber nicht die Bedeutung. Die Gruppe derjenigen, die „Emerging Markets“ noch nie gehört haben, nimmt seit März weiter ab. Dennoch weiß aktuell noch eine Mehrheit von 57 Prozent (minus 1,5 Prozentpunkte) nicht, was sich dahinter verbirgt.

Bei Risikoeinschätzung schlagen Euro-Staatsanleihen Emerging Markets

Im Vergleich zu Euro-Staatsanleihen haben Schwellenländer-Investments seit Mai etwas an Vertrauen gewonnen. 36,4 Prozent der Befragten (minus 1,6 Prozentpunkte) halten eine Anlage in Emerging Markets für viel risikoreicher, 35,7 Prozent (minus 0,2 Prozentpunkte) für genauso risikoreich und 6,5 Prozent (plus 2 Prozentpunkte) für weniger risikoreich.

„Obwohl viele Schwellenländer in den vergangenen Jahren politisch stabiler geworden sind und solide Staatsfinanzen aufweisen, sehen knapp 37 Prozent der Bürger wesentlich größere Risiken bei einer Anlage in die aufstrebenden Regionen als in Euro-Staatsanleihen“, kommentiert Servais.

Nur zwei Prozent sind in Schwellenländern investiert

Entgegen der gestiegenen Kennerschaft ist das tatsächliche Engagement der Befragten in den Emerging Markets seit Mai gesunken. Aktuell sind zwei Prozent in Schwellenländern investiert, 1,6 Prozentpunkte weniger als bei der letzten Befragung. Eine Mehrheit von 97,9 Prozent (minus 1,6 Prozentpunkte) hat keine Anlage in den aufstrebenden Nationen.

Ein ähnliches Bild zeigt sich bei den konkret geplanten Investments. Nur 2,4 Prozent (minus 2,1 Prozentpunkte) der Befragten beabsichtigen, innerhalb der nächsten sechs Monate in Schwellenländer zu investieren. 97,2 Prozent (plus 2,7 Prozentpunkte) planen kein Investment.

„Eine wachsende konsumfreudige Mittelschicht, der Ausbau der Infrastruktur und reiche Rohstoffvorkommen sind nur einige der Gründe, warum Emerging Markets langfristige Wachstumschancen bieten. Gerade regelmäßiges Sparen, beispielsweise in einen breit diversifizierten Emerging-Markets-Aktienfonds, sollte sich langfristig lohnen“, rät Servais.

Leicht gesunkenes Interesse an Schwellenländer-Investments

Analog zum gesunkenen Engagement und den konkreten Investmentvorhaben ist das allgemeine Interesse an Investitionen in Schwellenländern etwas zurückgegangen. Eine kleine Gruppe der „sehr Interessierten“ wächst aber: Vier Prozent der Befragten (+0,9 Prozentpunkte) sind sehr interessiert an einer Anlage in Emerging Markets. 13,7 Prozent (minus 6,1 Prozentpunkte) interessieren sich etwas, 27,1 Prozent (plus 8,9 Prozentpunkte) kaum und 40 Prozent (minus 3,8 Prozentpunkte) überhaupt nicht für ein Investment.

„Die Ergebnisse unserer Befragung zeigen, dass die Mehrheit der Anleger die Wachstumsregionen der Welt bisher noch nicht berücksichtigen. Besonders für die Altersvorsorge sollten Sparer die Emerging Markets als Portfoliobeimischung stärker einbeziehen, um von den dortigen Entwicklungen zu profitieren“, schließt Servais. (ir)

 

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Quelle: FONDS professionell ONLINE - Deutschlands unabhängiges Magazin für Anlageberater

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