DWS CIO View: Ein heißer Herbst steht bevor

Ob Griechenlands Troika-Bericht, die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts über den ESM oder die der EU-Kommission über eine Bankenregulierung – die Agenda wichtiger Termine im September ist lang. Für DWS-Chief-Investment-Officer Asoka Wöhrmann steht fest: Es steht ein heißer Herbst bevor.

Auch wenn wichtige politische Entscheidungen anstehen, die sich auch auf die Börse auswirken werden und damit die Verunsicherung am Kapitalmarkt schürt, für den DWS-CIO Wöhrmann sollte das Gegenteil der Fall sein: „Die Zentralbanker sind in der Lage zu kontern – und ein Eingriff, der Wirkung zeigt, erscheint immer wahrscheinlicher“ schreibt er in seinem aktuellen CIO View.  Für Wöhrmann steht fest: Sollte sich die EZB für ein klassisches Bond-Kauf-Programm entscheiden, werde es in fast allen Assetklassen einiges an Kursbewegungen geben. Wer hierbei die Gewinner und Verlierer sein werden, schätzt Wöhrmann wie folgt ein:

Anleihen – Covered Bonds als Profiteure
Bei Anleihen hilfesuchender Länder werden die Renditen geldmarktnaher Papiere und die von Renditen kürzer laufender Bonds sinken. Würden EZB und ESM gleichzeitig agieren und unterstützend bei längeren Laufzeiten eingreifen, würde es zu einer Spreadreduzierung über das gesamte Laufzeitenspektrum kommen.  Bei den übrigen Staatsanleihen würden vor allem kürzer laufende Bonds leiden. Profitieren dürften laut dem DWS-Experten Covered Bonds aus der Peripherie sein, da viele Banken, die in dieses Segement emittieren, in den vergangenen Monaten beherzt bei kurz laufenden Staatsanleihen zugegriffen haben.

Neubewertung von Aktien
Komme es zu einem Bond-Kauf-Programm der EZB, würde sich der Aktienmarkt weiter aufhellen und europäische Aktien neu bewertet werden, ist  Wöhrmann überzeugt. Wobei hier Titel aus der Peripherie kurzfristig am stärksten profitieren sollten, mittel- bis langfristig seien aber Kerneuropa-Aktien überlegen. Auf Branchenebene wären Banken, die Automobilindustrie, Hersteller von Basisgütern, Industrietitel und Logistikkonzerne die Gewinner. Weniger profitieren würden hingegen Aktien aus den Bereichen Health Care, Telecom und Versorger, so die Einschätzung des DWS-CIO.

Euro: Neue Vertrauensbasis?
Das Ausfallrisiko würde infolge einer expansiven Geldpolitik der EZB sinken, weshalb der Euro zunächst steigen dürfte, schreibt Wöhrmann. Die Belastung des Euro gegenüber dem Dollar dürfte sich dabei in Grenzen halten, da auch bei der Fed mit weiteren Kaufprogrammen gerechnet werden müsse. „Eine Stabilisierung und neue Vertrauensbasis des Euro durch einen sogenannten Draghi-Put könnte das Problem „US fiscal cliff“ in den Vordergrund schieben und wiederum zu einer Belastung für den USD führen“, so Wöhrmann. Er rechnet per saldo mit einem Aufwertungspotenzial bis 1,2950 gegen USD und 104,50 gegen JPY.

 

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