Coronavirus |Einfluss auf das Portfoliomanagement

Klaus Kaldemorgen | DWS Concept Kaldemorgen

Sehr geehrte Anlegerinnen und Anleger,

es ist mir ein Bedürfnis, mich heute persönlich an Sie zu wenden. Wir alle erleben aktuell eine ungewöhnlich schwierige und herausfordernde Zeit - sowohl im privaten Umfeld als auch als Anleger. Vor allem steht die Gesundheit und ich wünsche uns allen, dass wir die Gefahren, die das Auftreten des Coronavirus mit sich bringt, unbeschadet überstehen.
Bei aller Sorge um die Gesundheit sollten wir aber die Kapitalmärkte nicht aus den Augen verlieren. Diese haben sich durch das Übergreifen des Virus von China auf Europa und die USA in einer bisher nicht dagewesenen Geschwindigkeit nach unten entwickelt. Der deutsche Aktienindex DAX, stellvertretend für viele wichtige Indizes, ist seit seinem Allzeithoch am 20. Februar 2020 erheblich eingebrochen. Allein in dieser Woche verzeichnete der Index einen Großteil der Verluste. Gleich zweimal stürzte der Index zur Eröffnung deutlich ab. In den USA wurde der Handel aufgrund der Kursverluste zur Eröffnung jeweils ausgesetzt.

In diesen Situationen steht ein Risikomanagement vor einer schwer lösbaren Aufgabe. Da eine kontinuierliche Risikoreduktion bei sprunghaften Kursrückgängen nicht möglich ist, müssen große Positionen rasch und ungeachtet des erzielbaren Preises verkauft werden. Dies erklärt den hohen Druck auf die Börsen. Gerade professionelle Investoren verkaufen aufgrund externer Schocks, wie dem Coronavirus oder dem Fall des Ölpreises, da sie ihren Aktienbestand reduzieren müssen - koste es was es wolle. Obwohl wir darauf abzielen, das Risiko auf einen maximalen Verlust im Jahr zu begrenzen, wollen wir nicht das Kind mit dem Bade ausschütten. Wir haben Ihnen gegenüber einen treuhänderischen Auftrag, d.h. wir sind verpflichtet in Ihrem bestmöglichen Interesse zu agieren.

Im Falle des DWS Concept Kaldemorgen stellt sich konkret die Frage, ob durch umfangreiche Verkäufe von Aktien auf einem aus unserer Sicht irrational niedrigen Niveau das Risikoziel eingehalten werden soll. Wir sind der Meinung, dass die gegenwärtige Schwäche an den Aktienmärkten möglicherweise temporärer Natur ist. Bei einem Abebben der Infektionsraten könnte der Aktienmarkt ein deutliches Aufwärtspotential besitzen. Auf keinen Fall ist die Situation mit der systemischen Krise der Märkte, ausgelöst durch die Finanzkrise 2008, zu vergleichen. Auch wenn es zu einem deutlichen Rückgang der Wirtschaftsaktivität kommt, bis hin zu einer Rezession, so könnte dies eine zeitlich begrenzte Entwicklung sein. Die Produktionskapazitäten werden durch den Virus nicht zerstört, sondern nur vorübergehend weniger ausgelastet. Was bleiben könnte, ist vor allem in den USA ein Zinsniveau, das niedriger als vor der Krise ist. Dadurch gewinnen Aktien gegenüber Anleihen noch weiter an Attraktivität.

Aus diesem Grund wird das Fondsmanagement das angestrebte Verlustrisiko vorübergehend aussetzen, um die sich bietenden mittel- und langfristigen Chancen aus treuhänderischen Erwägungen heraus voll wahrnehmen zu können. Die Nettoaktienposition (Aktien minus Absicherungsinstrumente) im Fonds beläuft sich zur Zeit auf 38 Prozent, während die Kasse-Quote 12 Prozent beträgt. Hinzu kommen Staatsanleihen von 22 Prozent und eine Goldposition in Höhe von knapp 9 Prozent. Wir sind der festen Auffassung, dass wir mit einem etwas höheren, zeitlich befristeten Verlustrisiko weiter mit Augenmaß agieren können und dem gegenwärtigen, von Panikverkäufen gekennzeichneten Marktumfeld angemessen begegnen.
Ich bin überzeugt, dass in einigen Monaten nicht nur die Corona-Pandemie, sondern auch die Krise an den Aktienmärkten hinter uns liegen wird.

Ihr,

Klaus Kaldemorgen

Zurück

Kommentare

Einen Kommentar schreiben

Bitte rechnen Sie 8 plus 6.